Bava Metzia 112

Kapitel 112

א קדשים שהוא חייב באחריותן יש להן אונאה ושאינו חייב באחריותן אין להן אונאה רבי יהודה אומר אף המוכר ס"ת בהמה ומרגלית אין להם אונאה אמרו לו לא אמרו אלא את אלו:
1 BEI H<small>EILIGEM</small>, <small>FÜR DAS</small> [<small>DER</small> E<small>IGENTÜMER</small>] <small>HAFTBAR</small><small>IST, GEBE ES EINE</small> Ü<small>BERVORTEILUNG, UND FÜR DAS ER NICHT HAFTBAR</small><small>IST, GEBE ES KEINE</small> Ü<small>BERVORTEILUNG.</small> R. J<small>EHUDA SAGT, AUCH WENN JEMAND EINE</small> T<small>ORAROLLE, EIN</small> V<small>IEH ODER EINE</small> P<small>ERLE VERKAUFT, GEBE ES HIERBEI KEINE</small> Ü<small>BERVORTEILUNG</small>. M<small>AN ERWIDERTE IHM</small>: S<small>IE LEHRTEN DIES NUR VON JENEN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> מנהני מילי דתנו רבנן (ויקרא כה, יד) וכי תמכרו ממכר לעמיתך או קנה מיד עמיתך דבר הנקנה מיד ליד יצאו קרקעות שאינן מטלטלים יצאו עבדים שהוקשו לקרקעות יצאו שטרות דכתיב וכי תמכרו ממכר שגופו מכור וגופו קנוי יצאו שטרות שאין גופן מכור ואין גופן קנוי ואינן עומדין אלא לראיה שבהם
2 GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:<i>Wenn du etwas an deinen Nächsten verkaufst, oder etwas aus der Hand deines Nächsten kaufst</i>, was aus einer Hand in die andere Hand kommt; ausgenommen sind Grundstücke, die nicht beweglich sind; ausgenommen sind Sklaven, die Grundstücken gleichen; und ausgenommen sind Schuldscheine, denn es heißt: <i>wenn du etwas verkaufst</i>, was an sich verkauft und an sich gekauft wird, jedoch nicht Schuldscheine, die nicht an sich verkauft und an sich gekauft werden, sondern nur als Beweisstück dienen.
ג מכאן אמרו המוכר שטרותיו לבשם יש להם אונאה פשיטא לאפוקי מדרב כהנא דאמר אין אונאה לפרוטות קמ"ל יש אונאה לפרוטות הקדשות אמר קרא (ויקרא כה, כה) אחיו אחיו ולא הקדש
3 Hieraus folgerten sie, daß, wenn jemand Schuldscheine an einen Gewürzkrämer verkauft, es hierbei eine Veruntreuung gebe. – Selbstverständlich!? – Dies schließt die Ansicht R. Kahanas aus, welcher sagt, es gebe keine Veruntreuung um Peruṭas; er lehrt uns also, daß es wohl eine Veruntreuung um Peruṭas gebe. Heiliges, denn die Schrift sagt:<i>deinen Bruder</i>, deinen Bruder, nicht aber das Heiligtum.
ד מתקיף לה רבה בר ממל כל היכא דכתיב ידו ידו ממש הוא אלא מעתה דכתיב (במדבר כא, כו) ויקח את כל ארצו מידו הכי נמי דכל ארעא בידיה הוה נקיט לה אלא מרשותו הכא נמי מרשותו
4 Rabba b. Mamal wandte ein: Ist denn überall, wo es ‘Hand’ heißt, die wirkliche Hand zu verstehen, es heißt ja:<i>und er nahm sein ganzes Land aus seiner Hand</i>, ist etwa zu verstehen, er hielt sein ganzes Land in seiner Hand!? Vielmehr ist sein Besitz zu verstehen, ebenso ist auch hier sein Besitz zu verstehen. –
ה וכל היכא דכתיב ידו לאו ידו ממש הוא והתניא (שמות כב, ג) אם המצא תמצא בידו אין לי אלא ידו גגו חצירו וקרפיפו מנין ת"ל אם המצא תמצא מ"מ
5 Ist etwa, wo es ‘Hand’ heißt, nicht die wirkliche Hand zu verstehen, es wird ja gelehrt:<i>wenn es in seiner Hand gefunden wird</i>; ich weiß dies nur von seiner Hand, woher dies von seinem Dache, seinem Hofe und seinem Gehege? Es heißt: <i>finden, gefunden</i>, in jedem Falle.
ו טעמא דכתב רחמנא אם המצא תמצא הא לאו הכי הוה אמינא כל היכא דכתב ידו ידו ממש הוא ותו תניא ונתן בידה אין לי אלא ידה גגה חצירה וקרפיפה מנין ת"ל ונתן מ"מ טעמא דכתב רחמנא ונתן הא לאו הכי הו"א כל היכא דכתב ידו ידו ממש
6 Also nur weil der Allbarmherzige <i>finden, gefunden</i> geschrieben hat, wenn aber nicht, würde man gesagt haben, überall, wo es ‘Hand’ heißt, sei die wirkliche Hand zu verstehen. Ferner wird gelehrt:<i>Er soll ihr in die Hand geben</i>; ich weiß dies nur von ihrer Hand, woher dies von ihrem Dache, ihrem Hofe und ihrem Gehege? Es heißt: <i>er soll geben</i>, auf jede Weise. Also nur weil der Allbarmherzige geschrieben hat: <i>er soll geben</i>, wenn aber nicht, würde man gesagt haben, überall, wo es ‘Hand’ heißt, sei die wirkliche Hand zu verstehen.
ז אלא כל ידו ידו ממש הוא ושאני התם דליכא למימר הכי אלא ברשותו
7 Vielmehr ist überall, wo es ‘Hand’ heißt, die wirkliche Hand zu verstehen, nur ist es dortanders, wo diese Auffassung nicht möglich ist, sondern nur der Besitz zu verstehen ist.
ח בעי רבי זירא שכירות יש לו אונאה או אין לו אונאה ממכר אמר רחמנא אבל לא שכירות או דלמא לא שנא אמר ליה אביי מי כתיב ממכר לעולם ממכר סתמא כתיב והאי נמי ביומיה מכירה היא
8 R. Zera fragte: Gibt es eine Übervorteilung bei der Miete oder nicht: der Allbarmherzige spricht vom Verkaufe aber nicht von der Miete, oder aber gibt es hierbei keinen Unterschied? Abajje sprach zu ihm: Heißt es denn, der Verkauf müsse ein dauernder sein, es wird ja nur vom Verkaufe allgemein gesprochen, und für den betreffenden Tag gilt auch diese als Verkauf.
ט בעי רבא חטין וזרען בקרקע מהו יש להם אונאה או אין להם אונאה כמאן דשדיין בכדא דמיין ויש להם אונאה או דלמא בטלינהו על גב ארעא
9 Raba fragte: Wie verhält es sich mit in den Boden gesäetem Weizen, gibt es bei diesem eine Übervorteilung oder nicht: ist es ebenso als hätte er ihn in einen Krug getan, somit gibt es bei diesem eine Übervorteilung, oder verliert er sich gegenüber dem Ackerboden? –
י היכי דמי אילימא דאמר איהו שדאי בה שיתא ואתו סהדי ואמרי דלא שדא בה אלא חמשה והאמר רבא כל דבר שבמדה ושבמשקל ושבמנין אפילו פחות מכדי אונאה חוזר
10 In welchem Falle, wollte man sagen, wenn er behauptet, sechs ausgesäet zu haben, und Zeugen gekommen sind und bekunden, er habe nur fünf ausgesäet, so sagte ja Raba, wer nach Maß, Gewicht oder Zahl gekauft hat, könne zurücktreten, auch wenn die Übervorteilung das festgesetzte Maß nicht erreicht!? –
יא אלא דאמר איהו שדאי בה כדאבעי לה ואיגלאי מילתא דלא שדא בה כדאבעי לה יש להם אונאה או אין להם אונאה כמאן דשדי בכדא דמיין ויש להם אונאה או דלמא בטלינהו אגב ארעא
11 Vielmehr, wenn er behauptet, er habe soviel ausgesäet, wie nötig ist, und es sich herausstellt, daß er nicht soviel ausgesäet hat, wie nötig ist; gibt es hierbei eine Übervorteilung oder gibt es hierbei keine Übervorteilung: ist es ebenso, als würde er ihn in einen Krug getan haben, somit gibt es hierbei eine Übervorteilung, oder verliert er sich gegenüber dem Ackerboden?
יב נשבעין עליהן או אין נשבעין עליהן כמאן דשדיין בכדא דמיין ונשבעין עליהן או דלמא בטלינהו אגב ארעא ואין נשבעין עליהן
12 Schwört man dieserhalb oder schwört man dieserhalb nicht: ist es ebenso, als würde er ihn in einen Krug getan haben, somit muß man dieserhalb schwören, oder verliert er sich gegenüber dem Ackerboden, somit schwört mandieserhalb nicht.
יג עומר מתירן או אין עומר מתירן היכי דמי אי דאשרוש תנינא אי דלא אשרוש תנינא דתנן אם השרישו קודם לעומר עומר מתירן ואם לאו אסורין עד שיבא עומר הבא
13 Wird er durch die Schwingegarbe erlaubt oder nicht? – In welchem Falle: hat er gekeimt, so haben wir es ja gelernt, hat er nicht gekeimt, so haben wir es ja ebenfalls gelernt. Wir haben nämlich gelernt: Haben sievor der Darbringung der Schwingegarbe gekeimt, so werden sie durch die Schwingegarbe erlaubt, wenn aber nicht, so sind sie bis zur nächsten Schwingegarbe verboten. –
יד לא צריכא דחצדינהו וזרעינהו קודם לעומר ואתא ליה עומר וחליף עילוייהו ולא אשרוש קודם לעומר
14 In dem Falle, wenn man ihn vor der Darbringung der Schwingegarbe gemäht und gesäet hat und darauf die Schwingegarbe dargebracht worden ist und er vor der Darbringung der Schwingegarbe nicht gekeimt hat.